Die Ausbreitung der Vespa velutina im Kreis Wesel schreitet rasant voran. Deshalb ist die Bedrohung für unsere heimischen Honigbienen riesig. Offiziell gilt in Deutschland eine strikte Meldepflicht. Zudem betonen die Behörden immer wieder: Wir müssen jedes Primärnest im Frühjahr sofort melden. Doch was passiert, wenn Imker genau das tun? Ein aktueller Fall aus der Praxis zeigt ein trauriges Ergebnis.

Unser Fall zeigt schmerzhaft, wo das System hakt. Oft stehen wir Hobby-Imker völlig alleine da. Dabei geht es um das Überleben unserer Völker und um die Sicherheit von Menschen.

Chronik eines Behörden-Ausfalls am Kundenparkplatz

Vor über zwei Wochen entdeckten wir ein frisch angelegtes Primärnest der Asiatischen Hornisse. Die Gründerkönigin war ebenfalls im Nest. Der Fundort war besonders brisant. Das Nest hing direkt an einer viel besuchten Takko-Filiale in Moers. Dort gehen täglich unzählige Kunden ein und aus.

Im Frühjahr ist das Zeitfenster für eine Bekämpfung perfekt. Denn die Königin betreut das Nest noch fast alleine. Deshalb aktivierten die Beteiligten sofort die Meldekette:

  • Wir schickten mehrere Meldungen direkt an die Stadt.
  • Die Filialleitung von Takko meldete den Fund ebenfalls. Sie sah die akute Gefahr für die Kunden.
  • Zusätzlich gab es viele Anrufversuche beim Kreis Wesel unserer Seite (Untere Naturschutzbehörde).

Das Ergebnis ist jedoch erschreckend. Beim Kreis Wesel ging tagelang nur der Anrufbeantworter ans Telefon. Auf alle Meldungen folgte zwei Wochen lang eine absolute Funkstille.

Warten befeuert die Ausbreitung der Hornisse

Zwei Wochen sind im Frühjahr eine Ewigkeit. In dieser Zeit legt die Königin ungestört viele Eier. Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und das Nest wächst rasant. Die Behörde hat die Chance zur effektiven Eindämmung also schlicht verschlafen.

Eigentlich muss die Naturschutzbehörde die Biodiversität schützen. Aber die Behörde ignorierte den Fund über 14 Tage lang. Das macht uns Imker fassungslos. Immerhin war das Nest an einem öffentlichen Ort eine Gefahr für Passanten.

Wenn die Behörden untätig bleiben, müssen wir handeln. Für uns hieß das: Gefahr im Verzug. Wir mussten Nothilfe für unsere Tiere leisten.

Aus Verantwortung für die Honigbienen haben wir das Primärnest schließlich selbst entfernt. Auch die Königin konnten wir abfangen. Wir wollten nicht tatenlos zusehen, wie die Hornissen unsere Völker zerstören. Gleichzeitig schützten wir so die ahnungslosen Kunden der Filiale.

Wichtiger rechtlicher Hinweis für Imker: Das Handeln war aus Sicht des Tierschutzes notwendig. Trotzdem bleibt die eigenmächtige Entfernung von Nestern eine rechtliche Grauzone. Die Bekämpfung ist offiziell nur Fachkräften erlaubt. Dokumentieren Sie deshalb jeden Anrufversuch und jede Meldung genau. Nutzen Sie Screenshots und Protokolle. So können Sie den behördlichen Stillstand im Ernstfall beweisen.


Was können wir Imker jetzt tun?

Manchmal sind die lokalen Telefonleitungen der Kreise blockiert. Melden Sie jede Sichtung deshalb zusätzlich über das offizielle Neobiota-Portal des Landes NRW (LANUV). Diese Meldungen landen direkt in einem zentralen Monitoring. Das erzeugt oft mehr digitalen Druck auf die Behörden vor Ort.

Zudem müssen wir solche Vorfälle in unseren Imkervereinen sammeln. Die Politik muss sehen, dass die Meldeketten schon im Frühjahr versagen. Nur dann ändern sich die Strukturen und die Reaktionszeiten der Behörden.

Wie sind Ihre Erfahrungen in diesem Frühjahr? Funktionieren die Meldungen in Ihrer Region? Schreiben Sie es mir gerne in die Kommentare!

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2 Kommentare zu „Vespa velutina im Kreis Wesel: Wenn Behörden-Trägheit den Bienenschutz blockiert“

  1. Avatar von Renate Mertens
    Renate Mertens

    Sehr gut💪🏼 danke

    1. Avatar von Bienenquartier Moers

      Wir haben zu danken das die Sichtung rechtzeitig gemeldet wurde.

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