Die Natur ist ständig im Wandel, doch manche Veränderungen bereiten Experten und Naturschützern Sorgen. Eine davon ist die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Seit sie vor einigen Jahren nach Europa eingeschleppt wurde, breitet sie sich rasant aus. Doch woran erkennt man sie eigentlich, und warum ist ihre Anwesenheit ein Problem?
In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige über Erkennungsmerkmale, Lebensweise und was du tun kannst, wenn du ein Exemplar entdeckst.

1. Erkennung: Schwarz mit „gelben Socken“
Oft wird die Asiatische Hornisse mit unserer heimischen Hornisse verwechselt. Dabei gibt es klare optische Unterschiede. Wenn du ein Tier beobachtest, achte besonders auf die Beine und die Körperfarbe:
Die Größe: Sie ist etwas kleiner und zierlicher als die europäische Hornisse.
Die Beine: Das sicherste Merkmal. Die Spitzen der Beine sind deutlich leuchtend gelb, während die Beine unserer heimischen Hornisse durchgehend rötlich-braun sind.
Der Körper: Vespa velutina wirkt insgesamt viel dunkler, fast schwarz. Der Hinterleib hat lediglich am Ende ein breites, orange-gelbes Band.
Merke: Schwarzer Körper und gelbe Beinspitzen? Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Asiatische Hornisse.
2. Warum ist die Ausbreitung ein Problem?
Die Asiatische Hornisse steht auf der Liste der invasiven Arten der EU. Das liegt vor allem an ihrem Jagdverhalten. Während die heimische Hornisse ein breites Spektrum an Insekten frisst, hat sich die Vespa velutina auf das Abfangen von Fluginsekten spezialisiert.
Besonders im Spätsommer belagern die Tiere oft in Gruppen die Fluglöcher von Insektenbehausungen, um die heimkehrenden Tiere abzufangen. Dies erzeugt einen enormen Stress für die betroffenen Völker und kann deren Entwicklung schwächen. Da unsere heimischen Arten keine natürlichen Abwehrmechanismen gegen diesen neuen Jäger haben, ist Wachsamkeit geboten.
3. Das Nest: Von der Hecke in die Baumkrone
Die Art baut zwei verschiedene Arten von Nestern:
Sekundärnest: Sobald das Volk wächst, zieht es oft um. Diese Nester hängen meist sehr weit oben in hohen Baumkronen, sind kugelförmig und können die Größe eines Medizinballs erreichen.
Primärnest: Im Frühjahr gründet die Königin an geschützten Stellen (Schuppen, Hecken, Dachvorsprünge) ein kleines, hellbraunes Nest.
4. Was tun bei einer Sichtung?
Wenn du eine Asiatische Hornisse in deinem Garten oder beim Spaziergang entdeckst, ist vor allem eines wichtig: Ruhe bewahren. Die Tiere sind gegenüber Menschen in der Regel nicht aggressiv, solange man ihrem Nest nicht zu nahe kommt.
So gehst du vor:
Foto machen: Versuche ein möglichst scharfes Foto zu schießen (am besten von oben oder der Seite).
Nicht selbst handeln: Versuche niemals, ein Nest selbst zu entfernen oder die Tiere zu bekämpfen. Das ist gefährlich und oft rechtlich nicht zulässig.
Melden: Jede Sichtung ist wertvoll für das Monitoring. In fast jedem Bundesland gibt es mittlerweile Online-Portale oder Apps, bei denen man Funde mit Foto und Standort hochladen kann.
Fazit
Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben. Doch durch Aufmerksamkeit und rechtzeitige Meldungen können wir helfen, die Ausbreitung zu dokumentieren und den Druck auf unsere heimische Insektenwelt zu begrenzen.
Hast du in deiner Umgebung schon einmal ein Tier mit gelben Beinspitzen beobachtet? Schreib es uns in die Kommentare oder teile diesen Beitrag, um andere zu sensibilisieren!


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