Die Sonne kitzelt die Nasenspitze, die Kirschblüte steht in voller Pracht und am Flugloch herrscht Hochbetrieb. Für uns Imker bedeutet das: Die Saison ist in vollem Gange – und mit ihr kommt die Lust der Bienen, sich zu teilen.

​In diesem Beitrag erfährst du, wie du durch das Erstellen von Ablegern nicht nur neuen Platz schaffst, sondern auch aktiv zur Gesundheit deiner Bienen beiträgst.

​Warum überhaupt Ableger bilden?

​Die Ablegerbildung ist weit mehr als nur „Vermehrung“. Sie ist ein wichtiges Werkzeug in der modernen Imkerei:

  • Schwarmverhinderung: Indem du Bienen und Brut entnimmst, nimmst du den Druck aus dem Muttervolk.
  • Völkerverjüngung: Mit neuen Königinnen startest du vital in das nächste Jahr.
  • Varroa-Management: Die Brutpause im Ableger hilft dabei, den Milbendruck auf natürliche Weise zu senken.

​Die gängigsten Methoden im Überblick

​Es gibt viele Wege, die nach Rom (oder zum neuen Volk) führen. Hier sind die drei beliebtesten:

MethodeKurzbeschreibungVorteil
SammelbrutablegerBrutwaben aus verschiedenen Völkern werden kombiniert.Sehr starke neue Völker; Muttervölker werden nur leicht geschwächt.
EinwabenablegerNur eine Brutwabe plus Futterwabe.Minimaler Aufwand; ideal für die Zucht vieler Königinnen.
Fegling / KunstschwarmBienen werden ohne Waben in eine Box gekehrt und neu „eingeloggt“.Beste Methode zur Varroa-Sanierung.

Schritt-für-Schritt: Dein erster Ableger

​Wenn du es einfach halten willst, ist der klassische Brutableger der beste Start. So gehst du vor:

  1. Wabenauswahl: Entnimm dem Muttervolk zwei Brutwaben (idealerweise mit verdeckelter Brut und ganz jungen Larven/„Stiften“). Wichtig: Die alte Königin muss im Muttervolk bleiben!
  2. Futtervorrat: Gib eine gut gefüllte Futterwabe und eine Pollenwabe hinzu.
  3. Bienenmasse: Schüttle zusätzlich Bienen von 1–2 Brutwaben in den Ablegerkasten (Achtung: Flugbienen kehren oft zum alten Standort zurück, also lieber ein paar mehr Bienen einplanen).
  4. Der Standort: Bring den Ableger mindestens 3 km weit weg oder stelle ihn an einen kühlen, dunklen Ort (Kellerhaft), damit die Bienen sich am neuen Standort einfliegen.
  5. Die neue Königin: Entweder lässt du die Bienen selbst eine Königin nachschaffen oder du setzt eine begattete Königin unter Verschluss zu.

​Profi-Tipp für den Erfolg

Füttern nicht vergessen! Ein Ableger hat anfangs keine Flugbienen, die Nektar sammeln könnten. Ein kleiner Schluck Zuckerwasser (1:1) oder eine Portion Futterteig hilft den Kleinen, schnell zu wachsen und die Waben auszubauen.

​Fazit

​Einen Ableger zu erstellen ist wie eine kleine Lebensversicherung für deine Imkerei. Selbst wenn ein Volk den Winter mal nicht übersteht, hast du durch deine Ableger bereits für Nachwuchs gesorgt.

Hast du schon einmal einen Ableger gebildet oder planst du dieses Jahr dein erstes Mal? Schreib es mir in die Kommentare!

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