Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) bereitet vielen Imkerinnen und Imkern große Sorgen. Wenn die Räuberinnen nämlich direkt vor dem Flugloch patrouillieren, geraten die Völker schnell in Panik. Die Bienen trauen sich deshalb nicht mehr heraus. Es droht eine Flugparalyse, wodurch das Volk die Versorgung schließlich komplett einstellt.
Eine begehbare Großkassette für den gesamten Stand ist jedoch oft teuer und unhandlich. Eine clevere sowie budgetfreundliche Lösung sind daher sogenannte Musa-Style Maulkörbe für jede einzelne Beute. Diese halten die Hornissen zuverlässig auf Abstand, während die Bienen im Schutz des Käfigs weiterhin entspannt starten und landen können.
Das Grundprinzip: Platz schaffen und Räuber aussperren
Der Maulkorb ist im Grunde ein vorgebauter Drahtkäfig, welcher direkt vor dem Flugloch sitzt. Durch das 10 x 10 mm Volierengitter passen die Bienen mühelos hindurch, wobei die deutlich größere Hornisse draußen bleiben muss. Aufgrund der Tiefe des Vorbaus fehlen den Hornissen zudem die Anflugpunkte, um Bienen im Schwebeflug direkt vor dem Loch abzugreifen.
Bauplan und genaue Maße für den Maulkorb
Die Konstruktion setzt auf zwei formgebende Seitenteile aus Holz, drei verbindende Querstangen für optimale Stabilität sowie eine passgenaue Abdeckung aus Volierendraht.
- Seitenteile aus Holz (2 Stück pro Maulkorb): 332 mm Tiefe x 300 mm Höhe (18–21 mm Stärke) mit einer Aussparung von 84 mm x 42 mm.
- Querstangen (3 Stück pro Maulkorb): Dachlatten oder Vierkanthölzer mit einer Länge von genau 440 mm.
- Volierengitter (1 Stück pro Maulkorb): Verzinkter Volierendraht mit einer Maschenweite von 10 x 10 mm ca. 440 mm x 600 mm.
Materialliste für den Bau von 10 Maulkörben
- Holz für Seitenteile: 3 Fichten-Leimholzplatten 1200 x 300 x 18 mm – diese kannst du im Baumarkt direkt in 20 Rechtecke à 300 x 332 mm kappen lassen.
- Querstangen: 6 Dachlatten à 2,50 m, woraus sich schließlich 30 Stück à 440 mm ergeben.
- Gitter: 1 Rolle verzinkter Volierendraht (10 x 10 mm Maschenweite, 10 m x 0,5 m.
- Montagematerial: Rostfreie Edelstahl-Tackernadeln sowie passende Holzschrauben 3,5 x 35 mm.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Werkstatt
- Seitenteile formen: Zuerst zeichnest du auf eine der 300 x 332 mm Holzplatten die vordere Rundung sowie die hintere Aussparung 84 x 42 mm an und sägst diese mit der Stichsäge aus. Dieses Erstlingswerk dient danach als praktische Schablone für die restlichen 19 Platten.
- Rahmen verschrauben: Anschließend verbindest du jeweils zwei Seitenteile mit den drei Querstangen 440 mm. Platziere eine Stange oben hinten, eine unten vorne und schließlich eine an der vorderen Aussparungskante. Bohre die Kanten jedoch vorher mit einem 3-mm-Bohrer vor, damit das Holz beim Schrauben nicht platzt.
- Draht aufspannen: Danach setzt du den Volierendraht an der hinteren Oberkante an. Ziehe ihn stramm über die gebogene Holzfront und fixiere ihn sowohl seitlich als auch auf den Leisten mit Edelstahl-Tackernadeln.
- Montage am Stand: Schließlich kannst du die Maulkörbe direkt auf der Stellfläche (beispielsweise einer Europalette) festgeschrauben. Die Beuten werden danach einfach von hinten an den Rahmen herangeschoben.
Wichtiger Praxis-Tipp für einen dichten Abschluss
Achte unbedingt darauf, dass zwischen der Beutenfront und dem Maulkorb keine Spalte entstehen, die größer als 8 mm sind. Beim Heranschieben der Beute sorgt deshalb ein Streifen Kompriband oder Schaumstoff an der Hinterkante des Holzrahmens für einen nahtlosen und somit absolut hornissendichten Übergang.
Mit Gesamtkosten von lediglich 10 bis 14 Euro pro Stück ist dieser Selbstbau folglich eine extrem wirkungsvolle Maßnahme, um die eigenen Bienen stressfrei und sicher durch die Hornissensaison zu bringen.
Bei Fragen schreibe uns gerne unter den Kommentaren.


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