Es ist ein sonniger Vormittag im Mai. Plötzlich füllt sich die Luft mit einem donnernden Summen. Tausende Bienen wirbeln wie eine dunkle Wolke durch die Luft. Was für Außenstehende bedrohlich wirken mag, ist in Wahrheit der natürlichste und schönste Moment im Leben eines Bienenvolkes: Die Vermehrung durch Teilung.

​Was ist eigentlich Schwarmstimmung?

​Die Schwarmstimmung ist der biologische Drang eines Bienenvolkes, sich zu teilen. Man kann es sich wie die „Pubertät“ des Volkes vorstellen. Wenn es im Stock zu eng wird, die Nahrung im Überfluss vorhanden ist und die alte Königin spürt, dass ihre Zeit für einen Neuanfang gekommen ist, bereitet sich das Volk auf den Auszug vor.

​Die Anzeichen: Woran erkennt man die Stimmung?

​Bevor die Bienen tatsächlich losfliegen, gibt es klare Signale im Bienenstock:

  • Spielnäpfchen & Weiselzellen: Die Bienen bauen spezielle, senkrecht hängende Zellen, in denen neue Königinnen herangezogen werden.
  • Platzmangel: Der Brutraum ist „pappelvoll“ mit Honig, Pollen und Bienen.
  • Trägheit: Kurz vor dem Schwärmen stellen die Sammelbienen oft ihre Arbeit ein – die Ruhe vor dem Sturm.

​Der Moment des Auszugs: Ein organisierter Ausnahmezustand

​Wenn die erste neue Königinnenzelle verdeckelt ist, gibt es kein Halten mehr. Die alte Königin verlässt mit etwa der Hälfte des Volkes den Stock.

Faszinierender Fakt: Bevor sie starten, füllen die Bienen ihre Honigmägen bis zum Rand. Sie haben Proviant für etwa drei Tage dabei. Deshalb sind Schwarmbienen meistens sehr friedlich – sie sind schlichtweg zu satt und zu schwerfällig, um zu stechen!

​Die Suche nach dem neuen Zuhause

​Nach dem Auszug sammelt sich der Schwarm meist an einem Ast in der Nähe (die „Schwarmtraube“). Von dort schwärmen Spurbienen aus. Sie suchen nach einer geeigneten Höhle und kehren zurück, um den anderen „Bericht zu erstatten“. Das Volk entscheidet sich dann demokratisch für das beste Quartier.

​Was tun, wenn man einen Schwarm sieht?

Imker rufen: Wenn der Schwarm in bewohntem Gebiet hängt, freuen wir uns über einen Anruf. Wir fangen den Schwarm fachgerecht ein und geben ihm ein sicheres Zuhause.

Keine Panik: Wie erwähnt, sind Schwärme friedlich.

Abstand halten: Beobachte das Schauspiel aus ein paar Metern Entfernung.

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